Behandlungsablauf
1. Überweisung durch den Hauszahnarzt
Ihr Hauszahnarzt hat an einem Ihrer Zähne die Notwendigkeit einer Wurzelkanalbehandlung festgestellt. Zu diesem Zweck wurden Sie an uns überwiesen. Sie können telefonisch oder per E-Mail ein Beratungsgespräch bei einem unserer Endodontologen vereinbaren. Falls bereits aktuelle Röntgenaufnahmen bei Ihrem Hauszahnarzt vorliegen, so können Sie uns diese Aufnahmen gerne vorab zukommen lassen.
2. Beratungsgespräch
Zunächst findet in unserer Praxis ein Beratungsgespräch statt. Wir untersuchen Ihren Zahn klinisch und – sollte kein aktuelles Röntgenbild vorliegen - röntgenologisch, um uns ein vollumfängliches Bild der Situation zu verschaffen. Bei speziellen Indikationen gibt es auch die Möglichkeit eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT) anzufertigen.
Wir werden im Anschluss die Details und die Möglichkeit einer Wurzelkanalbehandlung mit Ihnen besprechen. Wir informieren Sie über den genauen Ablauf, die Prognose, mögliche Risiken und Behandlungsalternativen. Sollte die Behandlung für Sie in Frage kommen, werden wir Ihnen einen Kostenvoranschlag für Ihre Behandlung zukommen lassen.
Möchten Sie daraufhin die Therapie durchführen lassen, können Sie gerne die vorab geplanten Termine (meist zwei) jederzeit persönlich in der Praxis, telefonisch oder per E-Mail vereinbaren. In Absprache mit Ihnen werden wir Ihren Hauszahnarzt über die geplante Behandlung schriftlich informieren.
3. Behandlung
In der Regel läuft eine Wurzelkanalbehandlung in unserer Praxis in zwei Behandlungssitzungen ab. Die zeitliche Dauer der jeweiligen Termine richtet sich nach der jeweiligen Situation.
Eine Einschätzung der Sitzungsdauer erhalten Sie während des Beratungsgesprächs. Üblich sind Behandlungszeiten zwischen 1-2 Stunden je Sitzung. Nach erfolgter Behandlung werden wir Ihren Hauszahnarzt schriftlich über den Ablauf informieren.
4. Nachkontrollen
Der Erfolg der Wurzelkanalbehandlung kann häufig erst nach einigen Monaten beurteilt werden. Speziell wenn vor der Behandlung im Röntgenbild eine Entzündung an der Wurzelspitze des Zahns sichtbar war, sollte sich diese nach einigen Monaten verkleinert haben oder evtl. schon vollständig ausgeheilt sein. Daher sind Nachkontrollen ein obligatorisches Instrument, um den Erfolg Ihrer Behandlung zu beurteilen. Den Zeitpunkt der Nachkontrolle werden wir individuell mit Ihnen abstimmen. Ihren Hauszahnarzt werden wir über das Ergebnis dieser Nachuntersuchung schriftlich informieren, sofern Sie dies wünschen.
Wurzelkanalbehandlung – Schritt für Schritt
Hier soll Ihnen schematisch der Ablauf einer Wurzelkanalbehandlung in unserer Praxis erläutert werden. Jeder Zahn bringt jedoch häufig seine Eigenheiten mit sich. In einem persönlichen Beratungsgespräch in unserer Praxis gehen wir immer im Detail auf Ihren konkreten Fall ein. Nun aber zum Ablauf:
Falls notwendig beginnt die Behandlung mit einer örtlichen Betäubung im Bereich des zu behandelnden Zahns.
Nun erfolgt die Isolation des Zahns von der Mundhöhle mit einer Art Operationstuch aus Gummi (Kofferdam). Dies gewährleistet, dass während der Behandlung keine Bakterien aus der Mundhöhle in den eröffneten Zahn gelangen und auch Sie vor Desinfektionslösungen, sowie vor der Aspiration oder dem Verschlucken von Materialien geschützt sind.
Es schließt sich die Eröffnung des Wurzelkanalsystems an. Im Seitenzahnbereich geschieht dies von der Kaufläche aus, im Frontzahnbereich von der nicht sichtbaren Innenseite des Zahns.
Alle vorhandenen Wurzelkanalsysteme werden von Ihrem Behandler unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskops aufgesucht. Denn die Eingänge zu den Wurzelkanälen können mitunter so klein sein, dass sie selbst mit einer Lupenbrillen als Vergrößerungshilfe nicht gesehen werden können.
Anschließend wird das abgestorbene oder entzündete Pulpagewebe (eine Mischung aus Nervengewebe und Blutgefäßen) aus dem Wurzelkanalsystem entfernt. Sollte es sich um einen bereits wurzelkanalbehandelten Zahn handeln, so wird auch die alte Wurzelkanalfüllung restlos entfernt. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da sonst nicht alle Hohlräume der Wurzelkanalsysteme für die Desinfektion zugänglich sind. Hierfür kommt eine Reihe von filigranen Feilen und anderen Instrumenten zum Einsatz, die im Wurzelkanalsystem von innen Substanz abtragen. Die Kanäle werden vom Behandler nach und nach erweitert und optimal ausgeformt.
Während der gesamten Behandlung kommt immer wieder flüssiges Desinfektionsmittel im Wurzelkanalsystem zum Einsatz, welches Bakterien abtötet und vorhandenes Gewebe auflöst. Um seine Wirkung zu steigern und um alle kleinen Hohlräume des komplexen Wurzelanalsystems zu erreichen, aktiviert der Behandler diese Flüssigkeit regelmäßig durch Ultraschall, Schall oder auch mit einem Laser.
Sind alle Wurzelkanäle ausgeformt und desinfiziert worden, kommt es zur Wurzelkanalfüllung. Hierbei stehen dem Endodontologen unterschiedliche, aufwendige Techniken zur Verfügung. Um eine optimale Versiegelung zu erzielen, muss für jeden Wurzelkanal die richtige Technik und das richtige Material verwendet werden. In der Regel wird für die Wurzelkanalfüllung ein Kautschuk-ähnliches Material (Guttapercha) erwärmt und mit Hilfe einer dünnfließenden Paste (Sealer) im Wurzelkanalsystem verklebt. So kann der größte Anteil der gereinigten Bereiche auch verschlossen werden. Dies ist im Allgemeinen mit kalten Wurzelfülltechniken nicht ohne Weiteres möglich.
Wie bereits beschrieben erfolgt eine Wurzelkanalbehandlung in unserer Praxis in der überwiegenden Anzahl der Fälle in zwei Sitzungen. Nach Säuberung und Ausformung der Wurzelkanäle wird im Falle von zwei Sitzungen eine temporäre medikamentöse Einlage im Wurzelkanalsystem platziert. Die Öffnung des Zahns wird für die Zeit zwischen beiden Terminen bakteriendicht verschlossen. In der zweiten Sitzung erfolgt dann wie beschrieben die Wurzelkanalfüllung.
Nach der Füllung aller Anteile des Wurzelkanalsystems erfolgt der bakteriendichte Verschluss der Öffnung durch einen Kunststoff. In vielen Fällen ist es sinnvoll, den Zahn langfristig durch eine künstliche Zahnkrone zu stabilisieren, um ihn vor einer Fraktur zu schützen.
Wie bereits beschrieben erfolgt eine Wurzelkanalbehandlung in unserer Praxis in der überwiegenden Anzahl der Fälle in zwei Sitzungen. Nach Säuberung und Ausformung der Wurzelkanäle wird im Falle von zwei Sitzungen eine zwischenzeitliche medikamentöse Einlage im Wurzelkanalsystem platziert. Die Öffnung des Zahns wird für die Zeit zwischen beiden Terminen bakteriendicht verschlossen. In der zweiten Sitzung erfolgt dann wie beschrieben die Wurzelkanalfüllung.